Der Weg des Herzens
Von der Gewalt zum Frieden im Nahen Osten

Aachen, 20. Januar 2015
Text: Veronika Thomas-Ohst, Fotos: Karl Heinz Otten


 

Der lange Weg zum Frieden im Nahen Osten scheint unendlich zu sein, doch zwei Mitglieder der Combatants for Peace (CfP) besuchten am 20. Januar Aachen, um in der Annakirche von ihrer Hoffnung zu berichten.

 

Die Organisation wurde von ehemaligen palästinensischen und israelischen Kämpfern während der zweiten Intifada gegründet. Sie legten ihre Waffen nieder und geben dadurch gemeinsam Israel und Palästina eine Entwicklungschance und die Möglichkeit, die Besatzung zu beenden und mit kleinen, aber wesentlichen Schritten Frieden zwischen den beiden Völkern zu ermöglichen. Die Bewegung schließt heute alle Menschen ein, die Frieden wollen, nicht nur Soldaten.

 

Ben Yeger und Raed AlHaddar kennen den Preis des Krieges und berichteten anhand ihrer persönlichen Geschichte, wie sie den Weg der Liebe fanden, den Hass überwinden konnten und den Weg vom Kampf gegeneinander zu einer tiefen Freundschaft zueinander gegangen sind. Sie zeigten, dass sie nun ihre Erfahrung nutzen, um den Boden für Veränderung, Gerechtigkeit und Frieden zu bereiten.

 

 

 

Sie beide sind der Überzeugung, dass der beste Weg, die Besatzung und die Ungerechtigkeit zu bekämpfen, die Gewaltfreiheit ist. Obwohl es für die nahe Zukunft keine realistischen Aussichten auf Frieden in Palästina-Israel gibt, sehen sie die Möglichkeit einer Veränderung der aktuellen Situation. „Krieg und Gewalt kann nicht der Weg sein!“

 

Raed AlHaddar ist Gründungsmitglied der Combatants for Peace. Nach der ersten Intifada, während der er 16-jährig gegen Israel kämpfte und hinterher drei Jahre in einem israelischen Gefängnis verbrachte, kam er mit den Ideen der zivilen, gewaltfreien Konfliktlösung in Kontakt, denen er sich heute widmet. Er nimmt eine Schlüsselrolle ein bei den CfP.

 

Ben Yeger kämpfte von 1983 bis 1986 auf israelischer Seite. Er gab sich selbst das Versprechen, niemals wieder in der Armee zu dienen, ging zurück in sein Geburtsland England und arbeitet seit 25 Jahren mit Menschen an verschiedenen kreativen Ansätzen zur zivilen Konfliktlösung.

 

Beide Männer zeigen, wie aus Feinden Freunde werden können. Sie möchten damit zu einem Dialog in der Öffentlichkeit anregen und forderten das Auditorium auf, zu erkennen, dass ein dauerhafter Frieden im Nahen Osten der Unterstützung vieler Menschen auf der ganzen Welt bedarf.

 

In der Annakirche hörten fünfzig Gäste den Narrativen und Gedanken der beiden Freunde zu, dank der hervorragenden Übersetzung der Moderatorin Frau Dr. Eleonore Büschges kam es hinterher zu einer an- und aufregenden Diskussion.

 

 

 

 

 

Aus den vielen Stolpersteinen, die auf dem Weg zum Frieden im „Gelobten Land“ liegen, bauen die Mitglieder von Combatants for Peace eine Brücke der Hoffnung. Wer über diese Brücke geht, kehrt nie wieder zurück zu Krieg und Gewalt, denn der Weg des Herzens macht „süchtig nach Frieden“.

 

Sowohl die Veranstalter, Humanitas e. V. Aachen, Evangelisches Erwachsenenbildungswerk im Kirchenkreis Aachen und Euregioprojekt Frieden e. V. Aachen, als auch manche Gäste konnten realisieren, dass wir alle ein Teil des Friedensprozesses sein können, so wie wir ein Teil des Krieges im Nahen Osten sind.

 

 

 

 

 

 Weitere Informationen und Kontakt im Internet unter cfpeace.org (englischsprachig).