17. Aachener Friedenstage
„Warum schweigen die Lämmer?“ – 22. April 2016
Professor Dr. Rainer Mausfeld in Aachen


 

 

 

Zwei Stunden Aufklärung über die Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements der herrschenden Eliten fesselten 120 interessierte Besucher im Dietrich-Bonhoeffer-Haus.

 

Prof. Mausfeld bot einen Einblick in die tatsächliche Verwaltung unserer Demokratie.

 

Die Entwicklungsgeschichte der sich immer subtiler gestaltenden politischen Propaganda hat einen vorläufigen Höhepunkt erreicht in der Entsolidarisierung der unterschiedlichen Gruppierungen. Von der Identifikation miteinander findet inzwischen ein Wettrennen zur Identifikation mit den Eliten selbst statt.

 

Die Unter- und Mittelschicht unsere Gesellschaft besteht aus Menschen, die sich freiwillig in den Kreislauf von „immer mehr, immer schneller und weiter“ begeben, weil sie in der Illusion des Informiertseins leben und geistig in Apathie gehalten sind. Die Zugänge zu aufklärenden Quellen bleiben häufig verschlossen, so gerät das SELBST sehr schnell in eine nicht spürbare Dissonanz, in die Entfremdung. Man richtet sich ein in seinem Hamsterrad und wundert sich über Symptome. Nein, man will nicht frei sein, häufig möchte man es vom „Sklaven zum Sklavenaufseher“ bringen! Verletzungen moralischer Normen durch die herrschenden Eliten sind für die Bevölkerung moralisch und kognitiv unsichtbar geworden. Im Zustand der Begeisterung und Zustimmung von „Unten nach Oben“ ist es nicht schwierig, Menschen durch Propaganda in den Krieg zu manipulieren, um sie als „Helden“ für das „Vaterland“ zu nutzen.

 

Bevor Menschen jedoch als hörige Schafe benutzt werden können, wurde während der frühen Sozialisation schon ein Charakter gebildet, der eine unkritische Unterwerfung unter idealisierte Autoritäten lernte. Mit dem „Autoritären Charakter“ gelingt vielerlei Abwehr, die des Subjektiven, des Sensiblen, der Visionen und Utopien und Träume; das führt zu Destruktivität und Zynismus, zu Menschenverachtung und übertriebener Zurschaustellung von Stärke und Robustheit, zu allgemeiner Feindseligkeit.

 

 

 

Das höchste Bestreben der Menschheit wurde in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 1948 verkündet. In der Präambel heißt es, dass die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Familie innewohnenden Würde und ihrer gleichen und unveräußerlichen Rechte die Grundlage der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens in der Welt bildet. Dass die Verkennung und Missachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei führen und dass die Schaffung einer Welt, in der den Menschen, frei von Furcht und Not, Rede- und Glaubensfreiheit zuteil wird, als das höchste Bestreben der Menschheit verkündet wird. Dass es wesentlich ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung als letztem Mittel gezwungen wird.

 

Professor Mausfeld begleitete die Besucher geschickt in die Reflexion über das menschliche Sein, über unsere Feinde und über uns selbst.

 

Fazit: Erkenne Dich selbst, damit aus dem Lamm ein selbstständiger Mensch wird, der den Mut entwickelt, sich seiner eigenen Vernunft zu bedienen.

 

 

 


 

Weitere Berichte finden Sie in der Kritischen Aachener Zeitung (KRAZ)
sowie in der Neuen Rheinischen Zeitung (NrhZ, Link zu Teil 1 und zu Teil 2).

 

Newscan-TV zeigt die Veranstaltung bei Youtube in voller Länge.

 

„Warum die Schlafschafe schlafen“ – Vortrag von Prof. Dr. Mausfeld
an der Christian Albrechts Universität, Kiel, 22. Juni 2015
ebenfalls bei Youtube, eingestellt von Mainstreamwissen2go

 


   

Text: Veronika Thomas-Ohst

Fotos: Karl Heinz Otten

Video: Helmut Lenders -=NEWSCAN=-

 


 

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